Fakten
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 30. September 2026 die Pressemitteilung Nr. 345 „Strom- und Gaspreise für Haushalte im 1. Halbjahr 2026 gesunken“ veröffentlicht. Die folgenden Angaben beziehen sich auf private Haushalte in Deutschland und auf Durchschnittspreise im ersten Halbjahr 2026.
Erdgas kostete durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 waren das 5,3 Prozent weniger. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 sank der Gaspreis um 4,5 Prozent.
Im längerfristigen Vergleich blieb Erdgas deutlich teurer: Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 lag der durchschnittliche Gaspreis für private Haushalte um 80,7 Prozent höher.
Strom kostete durchschnittlich 37,97 Cent je Kilowattstunde. Das waren 6,4 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 lag der Strompreis laut derselben Destatis-Mitteilung jedoch um 16,4 Prozent höher.
Nach den methodischen Hinweisen von Destatis umfassen die erhobenen Preise Grund- beziehungsweise Leistungspreis, Arbeitspreis und weitere Bestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Erfasst werden sowohl bestehende als auch neu abgeschlossene Verträge; die Statistik unterscheidet Verbrauchsgruppen nach dem Jahresverbrauch.
Einordnung
Kurzfristig gesunkene Preise und ein weiterhin erhöhtes längerfristiges Preisniveau sind zwei verschiedene Aussagen. Sie widersprechen sich nicht: Die Rückgänge von 5,3 Prozent bei Gas und 6,4 Prozent bei Strom beziehen sich auf das zweite Halbjahr 2025. Die längerfristigen Anstiege von 80,7 Prozent bei Gas und 16,4 Prozent bei Strom beziehen sich dagegen auf das erste Halbjahr 2021.
Ein Rückgang gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr bedeutet daher nicht, dass das Preisniveau von 2021 wieder erreicht wurde. Gerade bei Gas bleibt der Abstand zu diesem Vergleichszeitraum trotz der jüngsten Senkung erheblich.
Die Durchschnittswerte beschreiben zudem weder den Preis jedes einzelnen Vertrags noch unmittelbar die Veränderung einer persönlichen Jahresrechnung. Für einzelne Haushalte sind der konkrete Tarif und der Verbrauch maßgeblich. Die Halbjahresdaten sind auch keine Aussage darüber, welcher Preis am heutigen Tag bei einem Neuabschluss angeboten wird.
Aus den dargestellten Preisvergleichen allein lassen sich keine politischen Verantwortlichkeiten oder künftigen Preisentwicklungen ableiten. Diese Einordnung beschränkt sich auf die unterschiedlichen Vergleichszeiträume und die Aussagegrenzen der Statistik.
Quellen & Transparenz
Nachrichtenbeitrag vom 3. Oktober 2026. Ausschließliche Primärquelle ist die Destatis-Pressemitteilung Nr. 345 vom 30. September 2026. Sämtliche Zahlen und methodischen Angaben im Abschnitt „Fakten“ stammen daraus. Der Abschnitt „Einordnung“ erläutert die Vergleichszeiträume und die Grenzen der Durchschnittswerte; er ergänzt keine unbelegten Ursachen oder politischen Schuldzuweisungen.
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